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Rehabilitationsplan nach Schulterentlastungs-Operation

Nach einer Schulterentlastungs-Operation benötigt das operierte Gewebe ausreichend Zeit, um vollständig auszuheilen. Je nach Eingriff wurden dabei entzündete Schleimbeutel entfernt, knöcherne Engstellen beseitigt, Kalkdepots entfernt oder Veränderungen am Schultereckgelenk behandelt. Die Rehabilitation erfolgt deshalb stufenweise: Zunächst stehen Schmerzreduktion und die Wiederherstellung der Beweglichkeit im Vordergrund, anschließend werden Stabilität, Kraft und Belastbarkeit der Schulter schrittweise aufgebaut.

Die nachfolgenden Empfehlungen gelten für Patienten nach subakromialer Dekompression, Acromioplastik, Schleimbeutelentfernung, AC-Gelenk-Resektion oder Kalkentfernung. Individuelle Anpassungen können je nach Operationsumfang, Begleiterkrankungen und persönlichem Heilungsverlauf erforderlich sein.

Grundprinzipien der Nachbehandlung

  • Kein provozierender Schmerz → Reizzustände verzögern Heilung
  • Keine forcierte Mobilisation in den ersten 3 Wochen
  • Heilungsbiologie beachten (Bursa, Deltoid, ggf. Knochenresektion)
  • Bewegung vor Kraft vor Belastung
  • Die Heilungsphase entscheidet, nicht die Zeit
  • Therapieziel ist die Fähigkeit, das Schulterblatt aktiv korrekt zu führen und zu stabilisieren (Scapula)

Phase 1 – Frühphase: Schutz & neuromuskuläre Aktivierung

1–3 Woche nach der OP
Eine Schulterbandage (z. B. Schulter-Fix) wird nur bei Bedarf abgegeben (bei starken Schmerzen oder zum Schutz vor unkontrollierten Bewegungen in der Nacht) und dann für ca. 10 Tage

Ziele der Therapie

  • Bewegungsangst verhindern
  • Schmerzfreiheit
  • Frühfunktion der Scapula
  • Gelenkzentrierung G/H

Therapiemaßnahmen

Aktivierung

  • Assistive Mobilisation (mit Unterstützung) in FLEX, ABD, AR, IR bis zum weichen Stopp
  • Leichte aktive Bewegungen im schmerzarmen Bereich
  • Pendelübungen, Pumpbewegungen (Ödemprophylaxe)
  • Sensibilitätskontrolle

Kraft trainieren

  • Zentrierungsübungen und isometrisches Training (Muskel anspannen ohne Gelenk-Bewegung)
  • Teilbelastete Stützübungen (geschlossen Kette, niedrig dosiert)

Scapula-Setting

  • bewusstes „Einrichten“ des Schulterblatts in gute Ausgangsposition
  • ab 3. Woche: Beginn dynamischer Scapulastabilisation (Schulterblatt wird aktiv geführt, während sich der Arm bewegt)

Passive Maßnahmen (bei Bedarf)

  • Therapeutische Techniken, um Beweglichkeit zu verbessern (Weichteiltechniken)
  • bei Bedarf passive Maßnahmen wie Elektrotherapie, Ultraschall
  • Kriterien für den Übergang in Phase-2:

    Ruheschmerz gering
    Aktive Elevation ≥ 90° ohne Ausweichmuster
    Scapula kontrollierbar
    Keine Entzündungszeichen

Übungen für Zuhause

Übungen Dekompression Phase 1

 

Phase 2 – Aktive Mobilisation & funktionelle Stabilität

4-8 Woche nach der OP

Ziele der Therapie

  • Volle aktive Beweglichkeit
  • Wiederherstellung Scapulo-Humeraler Rhythmus
  • Belastungsaufbau Rotatorenmanschette
  • Funktionelle Stabilität

Therapiemaßnahmen

Beweglichkeit

  • Aktive Mobilisation in alle Ebenen
  • Bewegung Schritt für Schritt bis in den vollen Bewegungsbereich verbessern

Stabilisation

  • Dynamische Scapulakontrolle
  • Stabilisation der Schulter bei Bewegungen mit zunehmender Belastung (offene / geschlossene Kette)
  • schrittweise Belastungssteigerung

Kräftigung

  • Dosierte Kräftigung durch Stützübungen, bei denen die Muskeln beim Hochdrücken und langsamen Nachgeben arbeiten
  • Übungen mit dem Theraband / leichte Gewichte
  • progressive Stützübungen
  • Instruktionen für ein Heimprogramm.

Ab der 6–8 Woche Aufbau durch ein dosiertes Krafttraining an Geräten. Zwei Mal pro Woche Physiotherapie.

Ziel bis zur 8. Woche:

→ möglichst volle aktive Beweglichkeit

Übungen für Zuhause

Übungen Dekompression Phase 2

 

Phase 3 – Belastungsaufbau & Rückkehr zur Funktion

ab 9. Woche

Ziele der Therapie

  • Kraftausdauer
  • Überkopfbelastung
  • Beruf / Sport spezifische Belastung

Therapiemaßnahmen

  • Übungen mit mehr Widerstand + Arm weiter vom Körper (Hebelarme)
  • Schnelle, kurze Kraft- und Abbremsbewegungen (wenn medizinisch sinnvoll)
  • Überkopfkontrolle
  • Arbeitsplatz-/Sportsimulation

Kriterien für Entlassung

Schmerzfreie Vollbeweglichkeit
Symmetrische Kraft ≥ 90 % Gegenseite
Keine Scapuladyskinesie
Belastungstoleranz alltags- bzw. sportartspezifisch

Übungen für Zuhause

Übungen Dekompression Phase 3

Achtung: In diesen Fällen halten Sie ärztliche Rücksprache

  • Zunehmender Ruheschmerz
  • Nachtschmerz steigend
  • Bewegungsabnahme
  • Zeichen einer Capsulitis


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>>> Rehabilitationsplan nach Schulterentlastungs-Operation

Der Schulterspezialist Dr. Tom Göhre berät Sie gerne umfassend zu allen Therapieformen bei Erkrankungen der Schulter.

Schulterspezialist Dr. Tom Göhre:

Schulterspezialist Berlin Tom Göhre

 ausgewiesener Spezialist für Schulter-Erkrankungen und -Chirurgie
 internationale Erfahrung durch spezialisiertes Fellowship
Mitglied in der Vereinigung für Schulter- und Ellenbogenchirurgie
 zertifizierter Prüfer der Ärztekammer Berlin
 Top Ten in verschiedenen Ärzteportalen

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