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Rehabilitationsplan nach
Rotatorenmanschetten-Operation

Nach einer Operation der Rotatorenmanschette benötigt die Sehnennaht ausreichend Zeit, um sicher am Knochen einzuheilen. Deshalb erfolgt die Rehabilitation stufenweise: Zunächst steht der Schutz der Naht im Vordergrund, anschließend werden Beweglichkeit, Koordination und Kraft schrittweise aufgebaut.

Die nachfolgenden Empfehlungen gelten für Patienten mit Schulterbandage und kleinem Abduktionskissen (z. B. DonJoy Ultrasling II). Individuelle Anpassungen können je nach Größe des Sehnenrisses, Operationsverfahren und Heilungsverlauf erforderlich sein.

Grundprinzipien der Nachbehandlung

  • Die Sehnenheilung benötigt mehrere Monate.
  • In den ersten 6 Wochen steht der Schutz der Rekonstruktion im Vordergrund.
  • Keine ruckartigen Bewegungen oder schweren Belastungen.
  • Beweglichkeit wird zunächst passiv, später aktiv aufgebaut.
  • Schulterblattkontrolle ist Grundlage für eine normale Schulterfunktion.
  • Krafttraining erfolgt erst nach ausreichender Sehnenheilung.
  • Nicht die Zeit allein entscheidet über den Belastungsaufbau, sondern der individuelle Heilungsverlauf.

Phase 1 – Schutz und passive Mobilisation

1–6 Woche nach der Operation
Eine Schulterbandage (z. B. Schulter-Fix) wird nur bei Bedarf abgegeben (bei starken Schmerzen oder zum Schutz vor unkontrollierten Bewegungen in der Nacht) und dann für ca. 10 Tage

Ziele der Therapie

  • Schutz der Sehnennaht
  • Schmerzreduktion
  • Vermeidung von Schultersteife
  • Verbesserung der passiven Beweglichkeit
  • Frühzeitige Aktivierung der Schulterblattmuskulatur

Therapiemaßnahmen

  • Tragen der Schulterbandage mit Abduktionskissen für 6 Wochen
  • Passive Mobilisation durch Physiotherapie bis zum weichen Bewegungsende
  • Schwerpunkt auf Bewegungen in der Schulterblatt-Ebene (Scaption)
  • Keine forcierte Innenrotation
  • Anleitung zu Pendelübungen aus Sitz /Stand
  • Haltungsschulung und Schulterblattkontrolle
  • Zentrierungsübungen der Rotatorenmanschette
  • Unterstützte Bewegungsübungen im schmerzfreien Bereich
  • Weichteilbehandlung und Dehnungsübungen

Ziel bis zur 6. Woche nach der Operation

Passive Vorwärtsbeweglichkeit, mindestens 110° Flexion
Gute Schulterblattkontrolle
Schmerzarmes Bewegungsausmaß

Übungen für Zuhause

  • Pendelübungen
  • passive Armhebung
  • Schulterblatt-Setting

Phase 2 – Aktive Mobilisation und Koordination

Ab der 7. Woche nach der Operation

Ziele der Therapie

  • Aktive Beweglichkeit zurückgewinnen
  • Verbesserung der Schulterkontrolle
  • Aufbau der Rotatorenmanschette
  • Wiederherstellung der Alltagsfunktion

Therapiemaßnahmen

  • Manuelle Mobilisation
  • Übergang von passiver zu aktiver Bewegung
  • Zunächst isometrische Kräftigung
  • Anschließend dynamische Übungen der Rotatorenmanschette
  • Stabilisationsübungen in offener und geschlossener Muskelkette
  • Schulterblatttraining
  • Aufbau eines individuellen Heimprogramms

Ziel nach 8-10 Wochen:

Arm im Alltag wieder funktionell einsetzbar
Deutlich verbesserte aktive Beweglichkeit
Gute Schulterstabilität

Übungen für Zuhause

  • aktive Armhebung
  • Außenrotation mit Theraband
  • Liegestütz am Tisch

Phase 3 – Kräftigung und Rückkehr zu Belastung und Sport

ab 11. Woche nach OP

Ziele der Therapie

  • Aufbau von Kraft und Ausdauer
  • Verbesserung der Schulterstabilität
  • Vorbereitung auf Beruf und Sport
  • Wiederherstellung komplexer Bewegungsabläufe

Therapiemaßnahmen

  • Progressive Kräftigungsübungen der Rotatorenmanschette
  • Zunehmendes exzentrisches Training
  • Medizinische Trainingstherapie (MTT)
  • Steigerung der Belastbarkeit im Alltag
  • Sportartspezifisches Training bei Bedarf
  • Übungen über Schulterhöhe

Ziele nach 3 Monaten

Dynamische Schulterblattstabilität
Passive Flexion etwa 140–150°
Schürzengriff und Nackengriff möglich
Gute Belastbarkeit im Alltag

Übungen für Zuhause

  • Übungen über Schulterhöhe
  • Außenrotation mit Theraband
  • Liegestütz an erhöhter Fläche

Wichtiger Hinweis zum Kraftaufbau

Auch nach erfolgreicher Heilung besteht häufig noch über mehrere Monate ein Kraftdefizit. Eine reduzierte Kraft von bis zu 30 % gegenüber der Gegenseite kann bis zu sechs bis neun Monate nach der Operation bestehen.

Deshalb sollte das erlernte Kräftigungsprogramm häufig über die Physiotherapie hinaus selbstständig fortgeführt werden.

Fortführung der Übungen der Physiotherapie

Bereits ab Beginn der Rehabilitation werden in der Regel zwei physiotherapeutische Behandlungen pro Woche empfohlen. Der weitere Verlauf richtet sich nach Heilung, Beweglichkeit und Belastbarkeit der Schulter.

Achtung: In diesen Fällen halten Sie ärztliche Rücksprache

  • zunehmenden Ruheschmerzen
  • zunehmenden Nachtschmerzen
  • deutlicher Schwellung
  • Rötung oder Überwärmung der Schulter
  • plötzlichem Kraftverlust
  • Verschlechterung der Beweglichkeit
  • Verdacht auf erneute Verletzung der Sehnennaht


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>>> Rehabilitationsplan nach Rotatorenmanschetten-Operation

Der Schulterspezialist Dr. Tom Göhre berät Sie gerne umfassend zu allen Therapieformen bei Erkrankungen der Schulter.

Schulterspezialist Dr. Tom Göhre:

Schulterspezialist Berlin Tom Göhre

 ausgewiesener Spezialist für Schulter-Erkrankungen und -Chirurgie
 internationale Erfahrung durch spezialisiertes Fellowship
Mitglied in der Vereinigung für Schulter- und Ellenbogenchirurgie
 zertifizierter Prüfer der Ärztekammer Berlin
 Top Ten in verschiedenen Ärzteportalen

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